Schrottimmobilien, Immobilienbetrug und mehr…

Jeder ist klug! Der eine vorher, der andere hinterher…

Risiken auch aus deutschen Krediten für LBBW

Inzwischen melden sich immer mehr Käufer bei mir, die Ihre Schrottimmobilie auch bei der Baden-Württembergische Bank (BW Bank) oder der ehemaligen LBBW-Beteiligung IBB  finanziert haben. Offenbar hat es dort eine längere Zusammenarbeit zwischen Vermittlern und Banken gegeben.

Nur zur Verdeutlichung die LBBW ist die im öffentlichen Besitz befindliche Landesbank Baden Württembergs. Zitat von der Webseite der LBBW

Träger der Landesbank Baden-Württemberg sind:

 
- das Land Baden-Württemberg (Land)
- der Sparkassenverband Baden-Württemberg
- die Landeshauptstadt Stuttgart
- die Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank)
- der Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz

 

Zur LBBW gehört die BW-Bank für das Privat- und Geschäftskundengeschäft in Baden Württemberg. Ich zitiere von der Webseite der LBBW: "Schwerpunkt der BW-Bank als operativer Einheit innerhalb der LBBW ist das Privat- und Unternehmenskundengeschäft im Kernmarkt Baden-Württemberg."

Das könnte den nächsten Bankenskandal heraufbeschwören:

Eine Landesbank finanziert im großen Stil Schrottimmobilien und (jetzt gibt es zwei Varianten)

  1. lässt sich von den Vermittlern und ihren Rentabilitätsberechnungen, Mietprognosen, etc. täuschen und beweist damit, dass sie vom Immobiliengeschäft keine Ahnung hat, oder
  2. spielt das Spiel der Immobilienhaie bewusst mit, um mehr Kredite abzuschließen.

So viele Irrtümer und Fehlbewertungen durch eine Bank machen doch stutzig, oder?

Ergänzung: Inzwischen haben wir erfahren, dass die LBBW bereits in den Fall der WGS-Fonds verwickelt war. Hier hatte die Bank 10.000 (!) Kreditverträge abgeschlossen. Die WGS Fonds wurden ursprünglich als attraktive Geldanlage und Steuersparmöglichkeit angepriesen. Wertlose Mietgarantien, beschönigende Prospekte und fehlerhafte Darlehensverträge führten zu einem der größten Immobilienskandale der jüngeren Geschichte.

Daraus ergibt sich für uns, dass die Bank nach der Erfahrung aus den WGS Fonds hätte wissen müssen, dass das System aus Bremerhaven ähnlich gefährlich werden könne.

Ist es nicht verwunderlich, dass

  • eine öffentliche Bank aus Baden Württemberg in großer Zahl Objekte aus Bremerhaven finanziert?
  • dass eine öffentliche Landesbank mit unseriösen Immobilienvertrieben zusammen arbeitet?
  • diese Objekte heute unter den Begriff der Schrottimmobilien fallen?
  • Die Bank statt Lösungen zu finden die Kreditnehmer bewusst und mit besonderer Härte in den wirtschaftlichen Ruin treibt?

Das will so gar nicht zu den folgenden Aussagen auf der Webseite der LBBW passen:

"Wirtschaftliches Handeln über seine ökonomischen Aspekte hinaus als ganzheitlich verantwortliches Verhalten zu begreifen: Dafür steht der Begriff Nachhaltigkeit bei der LBBW. Wir sind der festen Überzeugung, dass nur eine nachhaltige Entwicklung die Zukunft der nachfolgenden Generationen sichert.

Denn Wirtschaft, Umwelt und das Leben jedes Einzelnen sind untrennbar miteinander verbunden – im jeweiligen direkten Umfeld, über Grenzen hinweg und weltweit. Auch Fortschritt und ökonomischer Erfolg sind für den Einzelnen und für die ganze Gesellschaft langfristig nur mit nachhaltig stabilen gesellschaftlichen und ökologischen Verhältnissen darstellbar. Dies gilt natürlich auch für die LBBW: Nachhaltigkeit ist für uns gleichbedeutend mit Zukunftsfähigkeit."

Wenn man diese Zeilen liest, fühlt man sich bei dieser Bank wohl. Gehandelt wird leider gegenteilig. Gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit bedeuten halt gerade nicht, die Opfer von Schrottimmobilien bis ins Letzte zu treiben, Familien zu zerstören und Selbstmorde zu verursachen.

Würden Sie annehmen, dass ein Unternehmen, welches in unser aller Hand liegt und Steuergelder zur Rettung der neuen Tochter SachsenLB nutzt, überteuerte Immobilien finanziert und getäuschte Anleger in den Ruin treibt?

Fakt ist: Auch im deutschen Immobiliengeschäft der LBBW werden Millionen vernichtet. Millionen, die findige Vertriebe und Verkäufer lächelnd einstecken und die Existenzen in ganz Deutschland zerstören.

Das sollte auch den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Günther Oettinger (CDU) interessieren oder verschließt der beide Augen und schiebt alles auf die subprime-Hypotheken-Krise in USA? Das wird noch ein böses Erwachen geben und einige der Verantwortlichen sollten sich schon jetzt mal warm anziehen.Bislang hat die LBBW 1,1 Mrd. Euro Belastungen durch die amerikanische Hypotheken-Krise zugegeben, wahrscheinlich wird es noch mehr…

Am 12. April 2008 meldet Reuters, dass der LBBW Vorstandsvorsitzende Siegfried Jaschinski gesagt hat, dass im besten Fall die Ausfälle bei der SachsenLB auf "wohl einige hundert Millionen Euro", betragen. "Im schlimmsten Fall rechnen wir mit 1,2 Milliarden Euro Ausfällen." (diese Ausfälle werden von allen Steuerzahlern gezahlt!)

Den bisherigen Opfern wird es nichts mehr nutzen - aber vielleicht wachen andere noch auf und überlegen sich sehr genau, mit welcher Bank sie zusammen arbeiten, von wem sie finanzieren lassen und prüfen lieber ganz genau, was die Banken bei Schrottimmobilien offenbar nicht geprüft haben.

 

 

 

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Autor: Bernd am 16. Apr 2008 19:52, Rubrik: Allgemein,
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5 Reaktionen zu “Risiken auch aus deutschen Krediten für LBBW”

  1. matthias schreibt

    Die Baden Württembergische Landesbank hat offensichtlich vergessen, was das klassische Bankgeschäft ausmacht: Sparguthaben verzinsen und diese Zinsen sowie den eigenen Gewinn durch gute Kredite zu sichern.

    Nun hat die BW-Bank aber alles daran gesetzt, die Gelder ihrer Sparer in weit über 2500 schlecht gesicherte Kredite und mit dem Segen des IX- Senats des BGH’s über Büros in Essen und Düsseldorf herauzugeben.

    Dies bedeutet für die Sparer im Ländle, dass ihre Zinseinnahmen nicht so gut sind, wie sie hätten sein können, da die Gewinne der BW-Bank aufgrund ausfallender Kredite zurück gehen, und zwar sogar ohne Subprime aus den USA.

    Matthias Rauer

  2. admin schreibt

    Wie kommen Sie auf 2500 Kredite, Herr Rauer? Gibt es dafür Beweise, die verwertbar sind? Bisher sind uns erst etwa 300 Fälle bekannt, die ein anderer Geschädigter genannt hat.

  3. admin schreibt

    Danke, Herr Rauer, jetzt wissen wir, wie Sie auf die Zahl kamen. Allein über 2900 Geschädigte haben sich in einer Geschädigtenliste eingetragen.

    Das sind beeindruckende Zahlen, die das Ausmaß des Verhaltens deutlich machen.

  4. admin schreibt

    Die von uns mehrfach informierte SPD-Baden Württemberg hat bisher nicht reagiert, offenbar ist das Thema zu unbequem oder die SPD steckt selbst mit drin.

  5. Islands Banken gehen in den Bankrott und ziehen die LBBW nun mit sich » Beitrag » Investments und Geldanlagen - Blog schreibt

    [...] Die Frage, wo sie ihr Geld sicher und gut anlegen können, stellen sich also nicht nur die privaten Sparer, sondern auch die Banken in der ganzen Republik. Wie viele Fehler dabei gemacht wurden und werden, kann man an so mancher Landesbank Deutschlands sehen. Laut der Website der LBBW sind ihre Eigner: [...]

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