Bankraub – es geht auch einfacher

22. Mai 2009

Ein Bankraub durch die Eingangstüren einer Bank ist sehr schwierig. In aller Regel mündet die Tat in einem Aufenthalt in einer JVA.Es gibt zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen der Bank, damit ja kein Cent verloren geht. Es gibt aber einen wesentlich einfacheren Weg um an hunderttausende von Euro oder gar an 1 Million zu kommen.

Es ist dazu keine Ausbildung nötig. Man muss lediglich geeignete Banken kennen, noch besser-: man muss wissen, wo Sachbearbeiter sitzen, die „weich“ sind, d.h. anfällig für Vernebelungstaktik: hohe Darlehenssummen, ausgeklügelte Zinsen und Laufzeiten. Dann benötigt man einen „Schlüssel“ zur Bank. Dies ist ein „guter“ Kunde. In meinem Fall z.B. ein Arzt. Dessen Einkommen als angestellter Arzt bewegt sich um die 7000.- Euro Brutto (darunter auch unstete Einkünfte aus Bereitschaftsdiensten). Der Arzt ist 50 Jahre alt und geht in 15 Jahren in Rente.

Die einigermaßen sichere Arbeitsstelle (auch dies war nicht so) verspricht der Bank zumindest eine gewisse Pfändungssicherheit. Die Vermittler /Verkäufer an Dreistigkeit nicht zu überbieten, legen mehreren Banken Immobilien vor und schaffen es , insgesamt 4 Immobilien an den Mann zu bringen und dies mit Berechnungen, die tragbar erschienen. Der Bank wird von den Vermittlern/Verkäufern ein Phantasiepreis für die Immobilie vorgelegt. Konkret ein Preis, der mehr als doppelt so hoch ist, wie der tatsächliche Wert.

Die Bänker, Fachmänner in Immobilien, meist selbst Verkäufer, wissen, dass dieser Arzt „schlachtreif“ ist.  Seine Vernichtung wird billigend in Kauf genommen. Das Zahlenwerk stimmt in keinen Punkten, was die Einnahmen und Ausgaben betrifft. Bereits nach 1 Jahr erfolgt die Zahlungsunfähigkeit. Die Schadenssumme ist irre hoch. Das Geld der Banken verschwindet in dunkle Kanäle.

Interessanterweise interessieren sich die Banken weder für die Betrüger, mit denen sie verhandelt haben, noch versuchen sie hunderttausende von Euro zu retten. 2 Anwaltskanzleien übernehmen die juristische Aufarbeitung. Erst jetzt taucht ein Betrugsgebäude auf, von dem man nichts wissen konnte. Die Rechtsanwaltskanzleien arbeiten schleppend und inkompetent, ja müssten eigentlich wissen, dass z.B. ein Prozess gegen die Bank sinnlos ist, wenn nicht die BGH-Kriterien erfüllt werden. Trotzdem werden die Prozesse, aber nur bis zur Ausschöpfung des Rechtsschutzes, geführt. Zur Privatinsolvenz wurde auch nach Jahren der Lohnpfändung nicht geraten.Inzwischen sind 2 Herzinfarkte überstanden und insgesamt 13 Jahre Pfändung zu absolvieren.

Dieser Arzt hat nicht nur eine Familie, sondern auch 1 Jahrzehnt als Sanitätsoffizier gedient.

Die Geschichte ist eine Kurzfassung, daher sind vorschnelle Urteile nicht unbedingt zutreffend.

Medicus

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Eine Reaktion

  1. Dr. Johann Christof Ragg August 27th, 2009 at 22:58

    Hallo,
    ich habe große Angst vor solchen Betrügereien. Ich bekomme ständig Immobilienangebote und habe bereits etliche Geschäfte getätigt (davon die meisten gut, aber auch eines, das mich kaum noch schlafen lässt). Ich kenne die Immobilienbranche recht genau und überschaue ca. 1500 Objekte, kenne inzwischen etliche Maschen, Gauner und ihre Bänker, fühle mich dennoch unsicher(bin Arzt!). Wie kann ich mit dem Urheber obigen Artikels in Kontakt treten? Dr. Ragg

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