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Ab heute geschlossen: das Schrottimmobilien-Forum. Leider kann das Forum nicht DSGVO-kompatibel betrieben werden.

Schrottimmobilien-Forum abgeschaltet

Die DSGVO sollte eigentlich den Datenmißbrauch durch international tätige Konzerne eindämmen und die Rechte des Verbrauchers stärken. Tatsächlich ist diese Verordnung ein Bürokratiemonster geworden, dass nun auch für die Schließung des größten Schrottimmobilien-Forums in Deutschland gesorgt hat. Ich habe mit meinem Forum in den letzten Jahren Millionen Internetnutzer vor folgeschweren Fehlern bewahrt. Pro Jahr hatte das Forum 1,5 – 2 Millionen Aufrufe. Rund 4.000 Beiträge informierten Besucher und Mitglieder über die Tricks der Branche und die zahlreichen Verknüpfungen.

In vielen Fällen haben Betrogene erst durch unsere Seite erfahren, dass sie nicht alleine sind und dass auch auch ihr Immobiliengeschäft ein Teil einer Abzocke war, an der neben den Verkäufern und Vermittlern auch Banken und Notare beteiligt waren. Diese Erkenntnis hat vielen geholfen. Da der deutsche Stadt bisher Sammelklagen nicht ermöglichte und die Geschädigten für Prozesse Beweise erbringen mussten, die sie normalerweise nicht erhalten können, hat das Forum durch das Zusammenführen von Geschädigten einen aktiven Beitrag zum Verbraucherschutz geleistet.

Ich bin leider nicht in der Lage, für das Forum die überzogenen Forderungen der DSGVO umzusetzen. Das Hauptproblem liegt dabei weniger in den Foren-Mitgliedern, sondern in der Nennung von Schrottimmobilien-Anbietern, der Warn- und Austauschfunktion der Beiträge im Forum.

Bereits am 25. Mai morgens kamen die ersten Löschungsaufforderungen von Akteuren der Schrottimmobilien-Szene. Wenn bislang galt, dass ehrliche Tatsachenbehauptungen Vorrang vor Löschungsversuchen hatten, dann ist das jetzt unter Umständen nicht mehr so. Da ich keinen Cent durch das Forum einnehme, ist mir das Prozesskostenrisiko hier zu hoch.

Im Falle von Problemen mit Mitgliederaussagen stand ich in den letzten Jahren jedes Mal alleine da. Nicht einmal diejenigen, die etwas geschrieben hatten, waren bereit, mir bei der Verteidigung ihrer Aussagen zu helfen, also Beweise für ihre Aussagen beizubringen.

Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern, die mit ihren Beiträgen den Betrügern aus der Banken- und Immobilienszene das Leben schwerer gemacht haben und die sich zum Teil gegenseitig tatsächlich bei der Durchsetzung ihrer Rechte geholfen haben.

Gewünscht hätte ich mir, dass die Gemeinschaft mehr füreinander einsteht, gerade von den Opferanwälten hätte ich mir mehr Unterstützung erwartet.

Nun geht auch für mich der viele Jahre andauernde Kampf gegen den Immobilienbetrug zuende. Ich habe über 100 Abmahnungen erhalten – zahlen musste ich nur einmal, weil ich die Frist versäumt hatte. Bei allen anderen Abmahnungen konnte ich mich durchsetzen oder mit den Anwälten eine ordentliche Einigung erzielen.

Ich wünsche allen, die auf Schrottiommobilien hereingefallen sind, dass sie die daraus entstanden erheblichen Herausforderungen meistern konnten und hätte mir gewünscht, dass die DSGVO Unterschiede macht und Aktivitäten im Verbraucherschutz weiterhin ermöglicht.

Ganz so schlimm sehen die meisten Schrottimmobilien nicht aus - aber es gab auch schon solche Fälle. Denn oft wird die "vermietete Eigentumswohnung" mit Sanierungspaket verkauft - und da kann das Ursprungshaus schon marode aussehen. Geködert wird der Kunde dann mit Hochglanzprospekten und Zeichnungen des fertig sanierten Hauses.

Es juckt mir in den Fingern…

Unter dieser Internetadresse befand sich bis vor zwei Jahren ein sehr aktives Blog, welches über Betrügereien mit Immobilien, Schrottimmobilienfälle und aktuelle Ermittlungsergebnisse zu Immobilienbetrügern informierte.

Über das Blog fanden sich auch Geschädigte zusammen, denn die Täter begehen ihre Betrügereien überwiegend in Serie. Und das deutsche Rechtssystem baut den Opfern Hürden, damit diese ihre berechtigten Ansprüche nicht durchsetzen können. So müssen Geschädigte zum Beispiel eine institutionelle Zusammenarbeit zwischen Vermittler und Bank nachweisen – für die meisten Opfer ist das schon zu schwer.

Ganz so schlimm sehen die meisten Schrottimmobilien nicht aus - aber es gab auch schon solche Fälle. Denn oft wird die "vermietete Eigentumswohnung" mit Sanierungspaket verkauft - und da kann das Ursprungshaus schon marode aussehen. Geködert wird der Kunde dann mit Hochglanzprospekten und Zeichnungen des fertig sanierten Hauses.

Ganz so schlimm sehen die meisten Schrottimmobilien nicht aus – aber es gab auch schon solche Fälle. Denn oft wird die „vermietete Eigentumswohnung“ mit Sanierungspaket verkauft – und da kann das Ursprungshaus schon marode aussehen. Geködert wird der Kunde dann mit Hochglanzprospekten und Zeichnungen des fertig sanierten Hauses.

Über Immobilienbetrug.info wurden Opfer- und Täterlisten gepflegt, Kontakte hergestellt und auch den Rechtsanwälten, die sich dem Anlegerschutz verschrieben haben, eine Bühne geboten.

Ganz wesentlich war der Effekt, dass potenzielle Käufer vermieteter Eigentumswohnungen zur Altersvorsorge auch in unserem Blog lasen und wir so viele neue Betrugsfälle mit Schrottimmobilien verhindern konnten.

Das Blog war dementsprechend vielen Betrügern ein Dorn im Auge und es wurde alles versucht, um dieses Blog zu zerstören und mundtot zu machen. Neben diversen illegalen Hacker-Aktivitäten und Morddrohungen gegen mich als Betreiber unterstützt aber auch das deutsche Recht betrügerische Banken, Verkäufer und Vermittler.

Das Problem ist, dass man in Deutschland nicht einmal die Chance hat, vor Leuten zu warnen, die bereits hunderte Bürger ins Unglück gestürzt haben. Nicht einmal, wenn man alle Aussagen als Tatsachenbehauptung belegen kann.

Ich habe Ordner voller Abmahnungen gesammelt, auf die ich zu reagieren hatte. Besonders schön (und teuer) war die Abmahnung einer Bank aus Berlin. Ich hatte geschrieben, dass diese Bank über 1000 Schrottimmobilien finanziert hatte. Darauf bekam ich eine Abmahnung und durfte weder die Bank noch deren fortgesetzten Betrug weiter erwähnen. Wenige Wochen später wurde dann publik, dass diese feine Bank über 1500 Schrottimmobilien finanziert hatte. Dass diese Bank dann auch noch eine Tochtergesellschaft einer Landesbank ist, macht den Fall doppelt pikant.

Jeder, der in unserem Blog auftauchte, hatte das Problem, dass Google unseren Beitrag auf Seite 1, meist auch auf Platz 1 oder 2 präsentierte. Und das war natürlich geschäftsschädigend. Allerdings gelang es uns, auch einige der beauftragten Anwälte zu überzeugen, dass sie die falsche Seite vertreten. Und so wurden einige Abmahnungen dann später auch storniert.

Zu diesem Blog gehört(e) auch ein weiterhin sehr aktives Geschädigtenforum, welches ich weiter betreiben kann, weil das deutsche Recht hier den Betrügern auferlegt, dem Foren-Betreiber erst über angeblich rechtswidrige Einträge zu informieren und eine angemessene Frist zur Löschung der Beiträge einzuräumen.

Die Anlegeranwälte, die ich früher mal als „die Guten“ bezeichnet hätte, haben zwar immer wieder gerne von der Seite profitiert und wollten gerne möglichst oft genannt werden, haben aber leider in ihrer Gesamtheit schwer enttäuscht. Viele leere Versprechungen und immer wieder Hilfsangebote, die dann aber nichts wert waren, wenn Hilfe dringend und schnell benötigt wurde.

Die Zahlung eines kleinen Beitrages für ihren Kontakteintrag in einer extra eingerichteten Rubrik auf der Seite hat nicht ein einziger Anwalt geleistet, obwohl wir öfter mal darum gebeten hatten. Wir wollten das Geld nicht für uns, sondern als Verteidigungstopf gegen die Anwälte der Immobilienbetrüger.

Ein in der Szene bekannter Anwalt aus Berlin, der mit der Vertretung der Opfer reich wurde, sandte uns immer wieder Pressemitteilungen für deren Veröffentlichung wir fast jedes Mal eine Abmahnung bekamen. Nicht einmal da war Hilfe zu erwarten. Stattdessen der lapidare Hinweis „dann nehmen sie es einfach raus“.

Auch die Arbeit mit den anderen Medien war nicht zufriedenstellend: Wenn Zeitungen über spekatuläre Schrottimmobilienfälle berichteten und wir auf diese Beiträge verlinkten, gab es Abmahnungen. Der Grund lag darin, dass die auf Blogger oftmals herabschauenden Journalisten zu schlampig recherchiert hatten und ihre als Tatsachenbehauptung aufgestellten Vermutungen hinterher nicht beweisen konnten. Für uns kostete das jedes Mal Geld.

Der Verfasser des Blogs ist Mitglied im Deutschen Journalisten Verband, seit rund 25 Jahren und hat dort in seinen Leistungen für die hohen Mitgliedsbeiträge auch eine Berufsrechtschutzversicherung. Die allerdings erklärte das Blog mit mehrenen hundert Artikeln zum Hobbyprojekt und stahl sich so aus ihrer Zusage, bei rechtlichen Problemen zu helfen und die Kosten zu übernehmen. Eine solche Versicherung braucht kein Mensch.

Und so war es so wie immer – der Betreiber des Blogs stand immer allein, wenn es Probleme gab. Er half hunderten zu ihrem Recht, verhinderte tausende neue Schrottimmofälle und als einziger Lohn dafür gab es mindestens eine Abmahnung pro Woche.

Wann erlaubt das deutsche Recht endlich, dass man vor Leuten und Firmen warnen kann, die andere reihenweise über den Tisch ziehen und deren Leben zerstören?

Wann begreift die Politik und Justiz endlich, dass mit Schrottimmobilien alle verlieren: Das Opfer, der Staat (Steuern), die Wirtschaft?

Und wann ist es endlich auch in Deutschland erlaubt, den Betrügern mit öffentlich zugänglichen Plattformen das Handwerk zu erschweren?

Das alles fragt sich der Betreiber der Seiten Schrottimmobilien-Forum.de und Immobilienbetrug.info.