Schrottimmobilien, Immobilienbetrug und mehr…

Jeder ist klug! Der eine vorher, der andere hinterher…

Archiv der Kategorie ‘Meinung‘

www.diewohnungmussweg.de - hat jemand Erfahrungen?

In den Gesprächen mit den Käufern von Schrottimmobilien höre ich immer wieder, dass die Wohnung nun endlich weg soll. Fast egal zu welchem Preis. In Bremerhaven gehen Wohnungen mittlerweile auch mal für 1000 Euro weg, wenn sie zwangsversteigert werden. Ein ehemaliger Eigentümer erzählte gar, er habe seine Wiohnung für 100 Euro Aufwandsentschädigung abgegeben, nur um sie loszuwerden.

Da fällt mir die Google-Anzeige aud, die für die Webseite www.diewohnungmussweg.de wirbt. Ich habe gleich mal nachgesehen. Offensichtlich macht man sich dort den Frust der Leute zur Geschäftsgrundlage. Hat jemand Erfahrungen damit? Die Seite kommt doch etwas spartanisch rüber…

Es kann tatsächlich ein sehr lohnenswertes Geschäft sein, den genervten Eigentümern ihre Wohnungen für ein Trinkgeld abzukaufen. Wie heißt es doch so schön: Im Einkauf liegt der Gewinn - oder wie bei vielen unserer Leser: Im Einkauf liegt der Verlust, der nicht enden will.

Geschrieben von Markus, 21. Okt 2008, Rubrik: Meinung, Kommentare schreiben


Keinen Cent für die Hypo Real Estate!

Sonnabend kam heraus, dass das Rettungspaket für die angeschlagene Hypo Real Estate nun doch nicht ausreicht und nachgebessert werden muss. 35 Milliarden Euro reichten nicht. Und die Banken, die ja so um Stabilität besorgt waren, hatten ihr Angebot zurückgezogen, dass mit 8,5 Milliarden ohnehin weniger als die Hälfte der Staatsbürgschaft ausmachte.

Und plötzlich heißt es, dass die 35 Milliarden ohnehin nicht ausreichend gewesen wären. Merkt man da was? Das heißt im Klartext, dass diese Option gezogen worden wäre - und die Hypo Real Estate trotzdem zusammengebrochen wäre. Jetzt redet man also über 70 bis 100 Milliarden Euro. Und Finanzminister Steinbrück fordert endlich mal personelle Konsequenzen. Man hat den Eindruck, dass nach der Schätzung von 35 Milliarden noch einige Abteilungsleiter kamen und von einem Bein aufs andere trippelnd ihren Chefs sagten. "Du, Georg, ich habe da auch noch einige Problemchen…"

Dieser Grad an Inkompetenz ist wirklich erschreckend - und wenn man dann noch bedenkt, dass unsere Kanzlerin den Sparern noch zuruft: "Euer Geld ist sicher!" und dafür mal eben eine Billion Euro Staatsgarantien verspricht, dann mutet das wirklich wie ein Komödienstadl an, aber es ist leider die bittere Wahrheit.

Wenn der Staat jetzt bei der Hypo Real Estate einspringt, werden das alle anderen auch erwarten. Und dann sind wir tatsächlich bald bei Summen, die das Wirtschaftssystem und die Politik nicht mehr aushalten werden. Normal ist es doch so: ich gehe zocken und kein Schwein gleicht meine Verluste aus. Bei den Banken und Immobilienfinanziern läuft es zur Zeit genau anders: Ich gehe zocken und der Staat wird schon alles ausgleichen. Und wenn ich meinen Job verliere, dann gibts aus Steuergeldern noch eine Abfindung oder Auszahlung meiner Vorstandsbezüge bis zum vertraglich vereinbarten Vertragsende und ich muss nie mehr arbeiten.

Tolle Welt! Deshalb kann es nur noch so gehen: Keinen Cent für die Hypo Real Estate. Die haben ihre Chance gehabt und man sollte den Zusammenbruch nicht um jeden Preis verhindern.

Geschrieben von Markus, 6. Okt 2008, Rubrik: Meinung, Kommentare schreiben


Landesbanken hängen schon wieder mit drin

Es wird jeden Tag peinlicher: Nach der gestrigen Nachricht über die Spende der KfW (Kreditanstalt für Wertvernichtung) an Lehman Brothers kommt heute heraus, dass auch die Landesbanken schon wieder mit drin hängen. Nach Informationen der ARD sollen sich die gesamten Forderungen der Landesbanken LBBW, BayernLB, HSH Nordbank und WestLB gegenüber Lehman auf 1,7 Milliarden Euro belaufen. Das daraus entstehende Verlustrisiko liege nach derzeitigem Stand bei rund einer halben Milliarde Euro.

Banker spielten offenbar auch hier wieder im größten Stil Monopoly - mit unserem Geld. Denn was passiert, wenn die Zockerbanken Probleme bekommen, sah man ja bereits bei der IKB. Der Steuerzahler springt ein, damit die Banker weiter ihre fetten Gehälter kassieren und den Normalbürger drangsalieren können. Da muss man sich nicht wundern, wenn dieser Vollgas-Kapitalismus in einem großen Unfall endet.

Man muss sich auch nicht wundern, dass ein Handwerksmeister, dessen Rechnungen zu spät gezahlt werden, sauer wird, wenn seine bank ihm nicht mal 10.000 Euro Überbrückungsdarlehen gewähren will.

Nachdem wir - die überlebenden Geschädigten aus den Immobilienbetrügereien - nun immer öfter nachweisen können, dass die Banken sehr wohl wussten, was sie taten, als sie Schrottimmobiklien finanzierten und für die Kredite noch eifrig Provisionen ausschütteten, sehen wir die Milliardenverluste mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir sehen, wie diese Banken, die hier Milliarden verspielen, auf der anderen Seite Geschädigte aus Immobilienbetrügereien in die Insolvenz treiben wollen, obwohl sie genau wissen, dass sie mit den Betrügern zusammengearbeitet haben.

Es dauert nicht mehr lange und ein Banker sollte seinen Beruf lieber nicht mehr nennen, der Vertrauensverlust ist einfach zu groß.


Geschrieben von Markus, 19. Sep 2008, Rubrik: Meinung, Kommentare schreiben


Die Masche geht ungehindert weiter…

Vor wenigen Tagen erreichte uns folgender Ausschnitt aus der Nordseezeitung Bremerhaven:

Kleinanzeige aus der Nordseezeitung: Neue Firma, alte Masche

Unter der alten Adresse Frühlingsstraße, aber mit neuem Firmennamen wird die bekannte Masche fortgesetzt. Wir können nur hoffen, dass angesprochene Kapitalanleger vor der Unterschrift unter einen Vertrag mal googeln und darüber dann diese Seite finden. Die Firma GVV findet sich - nebenbei bemerkt - nicht mal im Handelsregister. Wer sich dort bewirbt, oder selbst hinfährt, um seine Bewerbung abzugeben, trifft dort auf einen Herren, der vielen Lesern hier gut bekannt ist…

Schön, dass Dienstwagen und gutes Gehalt versprochen werden, vielleicht sollte Herr B. erstmal seine alten Verpflichtungen erledigen, bevor er weitermacht.

Geschrieben von Markus, 27. Aug 2008, Rubrik: Meinung, 1 Kommentar


Rückübertragungsfalle: Insolvenz droht

Immer wieder beraten Anwälte geschädigte Anleger dahingehend, dass diese ihre überteuerte Immobilie an den Verkäufer rückübertragen können. Das kann der richtige Weg sein, kann aber auch kräftig ins Auge gehen.

Oft ist es nämlich so, dass Verkäufer und/oder Vermittler bereits das Geld beiseite geschafft und ihre Firmen in den Konkurs geführt haben. Dann ist eine Rückübertragung zwar noch immer möglich, das Problem liegt nur darin, dass der Anleger sein Geld trotzdem nicht zurück bekommt. Stattdessen gibt es dann einen wertlosen Titel, mit dem der Anleger nichts anfangen kann. 

Die finanzierende Bank wird Ihr Geld zurückhaben wollen und den Kredit kündigen. Nun hat der Anleger keine Immobilie mehr und muss den Kredit komplett zurückzahlen. Für viele bleibt dann nur die Insolvenz.

Ganz klar: Sie haben zwar Recht bekommen, aber es hilft Ihnen in Ihrer Situation überhaupt nicht. Das ist leider das deutsche Rechtssystem, wo der Betrogene vom Staat komplett allein gelassen wird.

Prüfen Sie deshalb ganz genau, ob es wirklich sinnvoll ist, die Immobilie rückzuübertragen. Ist der Vermittler/Verkäufer zahlungsunwillig oder zahlungsunfähig, macht dieser Weg keinen Sinn.

Geschrieben von Markus, 25. Jun 2008, Rubrik: Meinung, Kommentare schreiben


Immobilienbetrüger lachen - Zechpreller werden abgeführt

Gerade sehe ich Stern TV Reportage über den Alltag in der Polizei. Dort wurde eben gezeigt, dass ein Zechpreller, der für 23 Euro getrunken, aber nicht gezahlt hat, von Polizisten abgeführt und in der Wache in die Zelle gebracht wurde. Sicher verständlich und ok. Vorher hatte man bereits mit zwei Polizisten einen Ladendieb abgeführt, der einen Pullover und eine Jacke für insgesamt 350 Euro geklaut hatte.

Die Frage ist nur, warum man jemanden, der hunderte Anleger um insgesamt einige Millionen betrogen hat, mit Wissen der Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei einfach munter weitermachen darf?

Nebenbei: Anzeigen, Beweise und Querverweise liegen Polizei und Staatsanwaltschaft bereits in Massen vor.

Das möge uns Betroffenen bitte mal einer erklären…

 

Geschrieben von Bernd, 29. Apr 2008, Rubrik: Meinung, Kommentare schreiben


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