Durchsuchungen und Festnahmen wegen Verkauf von Schrottimmobilien
Stuttgart (ddp). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen insgesamt elf Beschuldigte wegen des Verdachts auf Betrug im Zusammenhang mit dem Verkauf von «Schrottimmobilien». Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, durchsuchten am Dienstag rund 100 Polizisten insgesamt 18 Objekte im Großraum Stuttgart. Drei der Verdächtigen wurden im Rahmen der Aktion festgenommen. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.
Die Ermittler haben die elf Beschuldigten im Alter zwischen 29 und 46 Jahren den Angaben zufolge bereits seit Dezember 2007 aufgrund anonymer Hinweise im Visier. Sie sollen unter anderem in Stuttgart, Esslingen, Böblingen und Heilbronn Immobilien zu weit überhöhten Preisen vermittelt haben. Die Geschäfte wurden nach den bisherigen Untersuchungen vor allem von einem Unternehmer und einem Immobilienhändler abgewickelt. Acht weitere Verdächtige sollen die dabei unterstützt haben, während ein Vermögensberater die Finanzierung regelte. Dabei seien oft manipulierte Unterlagen bei den Banken eingereicht worden, um eine Bonität der Kreditnehmer vorzutäuschen.
Bei den Ermittlungen geht es bislang um 14 einzelne Fälle. Die Staatsanwaltschaft schließt nicht aus, dass weitere hinzukommen. Zur Schadenshöhe konnte eine Behördensprecherin noch keine Angaben machen. Bei den «Schrottimmobilien» soll es sich vor allem um Wohnungen handeln. In einem Fall geht es der Sprecherin zufolge um ein abbruchreifes Objekt, das noch nicht mal mehr über Türen und Fenster verfügte. Dennoch seien Mieteinnahmen angegeben worden. Zum Teil wurde auch falscher Baujahre angegeben, um einen höheren Wert vorzuspiegeln.
Geschrieben von Bernd, 30. Jul 2008, Rubrik: Nachrichten, Kommentare schreiben